Aufzucht von Katzenbabys

Kurzanleitung zur Aufzucht von Katzenbabies

eine Hand voll ...

eine Hand voll ...

von Svenja Klein

1. Grundvoraussetzungen:
Die/Der Pfleger/in muss viel Zeit haben!
Da die Babies alle 2-4 Stunden (je nach Alter) gefüttert und betreut werden sollten. Berufstätigkeit wäre daher recht ungünstig. Oder aber sie sind so flexibel, dass Sie die Babies auch an Ihrem Arbeitsplatz betreuen können.
Ein Auto sollte vorhanden sein, damit man zum Tierheimtierarzt fahren oder auch im Tierheim Milch etc. abholen kann.
Viel Geduld und gute Nerven sind von Nöten, denn die Babies kennen am Anfang die Katzentoilette noch nicht, machen viel Arbeit, Dreck und Blödsinn. Tierarzt-Notfall-Besuche können auch mal zu späterer Stunden von Nöten sein. Die Vermittlung der kleinen Katzen kann sich auch schon mal etwas hinausziehen, wenn sich nicht gleich passende Interessenten finden.

2. Was brauche ich?
Optimal wäre ein Zimmer, in dem es warm und ruhig ist. Andere Haustiere und Kinder sollten nur unter Aufsicht dabei sein. Die Babies brauchen viel Ruhe. Eine Wärmflasche hält die Babies warm. Das ist sehr wichtig, da die Mama zum Wärmen ja nicht da ist! Hat man keine anderen Haustiere, können die Babies z.B. auch mit im Schlafzimmer stehen. Dann hört man nachts sofort wenn sie aufwachen und Hunger bekommen. Ansonsten Wecker stellen! Man kann die Babies am Anfang (je nach Alter) in einer Transportbox sicher und warm unterbringen. Katzenaufzuchtmilch und Spritzen zum Füttern bekommt man vom Tierheim mit. Ansonsten brauchen Sie Handtücher, Decken und viel Zewa!

3. Was füttert man?
Von Anfang an bis ca. zur 4. Woche werden die Babies ausschließlich mit Katzenaufbaumilch vom Tierarzt gefüttert. Optimal ist, wenn man die pulverisierte Milch mit abgekochtem heißen Wasser anrührt. Danach natürlich etwas abkühlen lassen.

Ab der 4. Woche kann man versuchen den Babies zusätzlich schön klein gematschtes Dosenfutter anzubieten, eventuell auch mit Milch gemischt. Wann ein Baby anfängt auch feste Kost zu sich zu nehmen ist ganz unterschiedlich. Einfach immer wieder anbieten, aber weiter mit Milch füttern. Nicht zu viel Dose geben! Die Umstellung bedeutet Stress für Magen und Darm! Babytrockenfutter wird meist noch etwas später angenommen.

4. Wie oft füttern?
Katzenbabies, die frisch geboren bzw. bis zu einer Woche alt sind, sind nur schwer durch zu bekommen. Ihnen fehlt die wichtige erste Milch der Mama und sie haben kaum Abwehrstoffe. Füttern sollte man sie in dem Alter alle 2 Stunden. Erst alle Babies füttern, dann die Bauchmassage und dann schön schlafen lassen. Satte Babies hören nach kurzer Zeit das miauen auf und schlummern ein. Die meisten wachen selber nach ca. 2 Stunden auf und fangen an nach Essen zu schreien, dann wieder füttern. Je älter sie werden, desto größer können die Abstände werden. Wenn die Babies mal 3 Stunden schlafen, ruhig schlafen lassen. Man muss ein wenig ein Gefühl dafür entwickeln. Wenn sie so 3-4 Wochen alt sind und gut genährt, kann man es auch wagen abends spät die letzte Fütterung zu machen und sich selber bis morgens ca. 6.00 Uhr mal etwas Schlaf zu gönnen!

5. Was sollte ich noch beachten?
Sehr wichtig ist die Bauchmassage nach jeder Mahlzeit! Mama hat eine sehr raue Zunge mit der sie ihren Babies den Bauch und den After leckt. Ohne diese Maßnahme können die Babies ihr Essen nicht verdauen, daher ist es lebensnotwendig! Als Mensch nimmt man dafür am Besten ein warm angefeuchtetes Tuch oder Zewa und massiert den Bauch Richtung After und den Popo. Dabei darauf achten, dass Kot und Urin abgesetzt wird! Funktioniert die Verdauung nicht, lieber die Tierärztin aufsuchen! Ausnahme: wenn man ein Katzenbaby gerade erst bekommen hat, kann es sein, dass es längere Zeit nichts zu fressen/trinken bekommen hat. Dann ist es normal bzw. in Ordnung erstmal 2 Tage abzuwarten, gut zu füttern und zu beobachten ob dann Kot kommt.

6. Wann sollte man einen Tierarzt aufsuchen?
Grundsätzlich immer wenn man sich unsicher ist! So kleine Katzenbabies können unglaublich schnell sterben. Darum lieber einmal zu viel zum Tierarzt als zuwenig. Falls also nach 2 Tagen keine Verdauung kommt oder andere Probleme auftreten, sofort losfahren! Schnupfen und Durchfall sind sehr gefährlich. Auch zu geschwollene Augen müssen sofort versorgt werden, die Babies können sonst blind werden. Manchmal stellt man auch später erst Floh- oder Haarlingsbefall fest. Ohrmilben sind ebenfalls weit verbreitet.

7. Wurmkur?
Unsere Katzenbabies werden alle 2 Wochen entwurmt. Also mit 2 Wochen anfangen und dann regelmäßig alle 2 Wochen wiederholen. Wurmkur bekommt man im Tierheim oder bei der Tierärztin mit.

8. Impfung?
Mit 8 Wochen können die Babies dann bei unserer Tierärztin das erste Mal geimpft werden. Wiederholungsimpfungen sind mit 12 und manchmal auch mit 16 Wochen nötig.

9. Und dann?
Mit 8 Wochen dann können die Babies zu neuen Besitzern umziehen. Für die Babies ist es natürlich optimal, wenn sie nicht wieder ins Tierheim zurück müssen. Daher sind erfahrene Pflegestellen frühzeitig aktiv und suchen nach neuen Besitzern. Das kann man durch Aushänge im Tierheim/beim Tierarzt oder anderen markanten Stellen machen. Sie können uns auch Digitalfotos per Mail senden (info@tierheim-paderborn.de) oder geben im Tierheim Babyfotos ab, die wir dann mit der Telefonnummer der Pflegestelle bei uns auf die Internetseite setzen.
Bitte beachten Sie, dass man reine Wohnungskatzenbabies immer nur zu zweit abgibt oder aber ein Katzenbabie zu einer bereits vorhandenen Katze vermittelt!
Die Vermittlung sollte dann mit Interessenten entweder direkt per Vermittlungsgespräch im Tierheim laufen oder Sie wickeln die Vermittlung – über unseren Tierabgabevertrag – selbst ab.
Wie eine solche Vermittlung erfolgt, welche Bedingungen der Interessent zu erfüllen hat und wie die formale Abwicklung abläuft, erklären wir Ihnen gerne.

Freundliche Informationen vom Tierheim Paderborn
www.tierheim-paderborn.de